Updates from May, 2010

  • Vitamin

    Andi 17:14 on May 14, 2010 | 0 Permalink | Reply

    Wer schon genug gestrampelt hat, kann auch sozial sein.
    Strampeln als edle Beschäftigung für noch mehr Edles, das dann folgt und sogar sozial ist!
    Musik als Strampelkatalysator …
    Denn: Kulturelle Beiträge sind an Teilnahme an sozialen Systemen gebunden.

    Wer diesen Post seltsam findet, der gehört nicht zu den seltenen, die mal zu wenig strampelten oder ist schlichtweg von wenigen Dingen begeistert.

     
  • Was ist "neu"?

    Andi 21:33 on September 22, 2009 | 0 Permalink | Reply

    Eine überzeugende Erläuterung dazu schreibt Niklas Luhmann in “Die Wissenschaft der Gesellschaft”:

    Die Antwort wird leichtfallen, sobald wir das Sonderproblem gefunden haben, das die Ausdifferenzierung dieses besonderen Kommunikationsmediums auslöst. Es handelt sich um das Gewinnen neuen, unvertrauten, überraschenden Wissens, also um die Überwindung einer Schwelle der Unwahrscheinlichkeit. Die Erfahrung von “Neuheit” setzt einen Beobachter voraus, der eine Abweichung von Erwartungen feststellen kann. Solange aber der Beobachter seine Erwartung nicht spezifisch kognitiv auffasst, sondern die Frage dieser Modalisierung im Unbestimmten lässt oder gar normativ erwartet, wird die Abweichung ihn stören, und er wird einen Weg zurück in normale Verhältnisse suchen. Kommt es zu einer kognitiven Spezifikation des Erwartens oder gar zu neugierigem Erwarten, wird das Neue in spezifischer Weise interessant; und das gilt nochmals verstärkt, wenn die Neuheit nicht einfach als sachliche Abweichung erfahren, sondern temporal als Differenz zu früheren Zuständen oder Erfahrungen thematisiert wird. Dann ist die Neuheit des Befundes ein Anlaß zur Suche nach nach einer Erklärung, dann stimuliert der Neuheitseindruck die Suche nach neuem Wissen; und Neues wird geradezu gesucht, um ein Anlaß zu sein, Neues zu suchen.

    Im Normalfall ist eine Irritation der Punkt, wo man am Ende einer Fahnenstange sitzt – wenn man denn soweit kommt -, um dann zu sagen: “Dünne Luft hier, ich rutsche besser runter.”

    Weiter schreibt Luhmann:

    Mehr und mehr liegt das Problem nun nicht nur im Bekannten und Unbekannten, woran jedermann interessiert sein müßte, und auch nicht mehr im Wiedererkennen (a-létheia!) des an sich bekannten WIssens, sondern in der Änderung vorhandener Wissensstrukturen. [...] Eben deshalb bildet sich, wenn (aus welchen Zufällen immer) so etwas vorkommt, ein besonderes Medium für Wahrheitskommunikation, das die schockierende Kommunikation gleichwohl trägt oder sie jedenfalls nicht vorab entmutigt und erstickt.

    Also geht es auch darum, vorhandene Fahnenstangenfundamente zu versetzen oder zu erneuern. Nur Wiedererkennen langweilt ja auf Dauer. Es geht um das Erkennen und Differenzieren von Sichtweisen. Die neue Art, das Beobachten zu beobachten, das ist auch “neu”.

    Zu fragen, was “neu” eigentlich ist, ist in Zeiten mit viel “Neuem” auf jeden Fall interessant. Und noch spannender ist, das falsch positive vom falsch negativen zu unterscheiden und das ganze zu thematisieren ;)

     
  • OpenStreetMap - die Karte der Zukunft

    Andi 14:52 on August 13, 2008 | 3 Permalink | Reply

    Prinzipiell lässt sich alles auf das Open-Source-Prinzip übertragen, sogar Karten ;)

    Seit 2004 gibt es OpenStreetMap: Jeder kann mitmachen und eigene GPS-Tracks hochladen und getaggte Objekte in Form von Wegen, Knoten und Relationen zur freien Datenbank hinzufügen. Das ganze visualisiert und über Open Layers in eine Webseite eingebunden ist teilweise schon konkurrenzfähig zur Standardlösung Google Maps. Soweit klar? – Wie geht das genau?

    1. Der “Mapper” steigt mit einem GPS-Gerät auf sein Fahrrad und schaltet die Logging-Funktion des Geräts ein. Damit wird der zurückgelegte Weg festgehalten (”getrackt”).
    2. Interssante Punkte (”POI“s) und Informationen markiert er und notiert Infos über die Audio-Aufnahme seines Handys.
    3. Er lädt den GPS-Track und die Sound-Dateien auf seinen Rechner und erstellt die Kartendaten mit JOSM. Die GPS-Tracks und Marker werden angezeigt und dienen als Grundlage für die Kartendaten – Wege, Straßen, Wälder, Bäche etc.
    4. Zuletzt der Upload via OSM-API auf den Server. Zum Anschauen eignet sich die mit Mapnik gerenderte Karte, die einmal wöchentlich geupdatet wird

    Natürlich gibt es andere Methoden zu mappen – aber so habe ich es in den letzten Wochen mit dem Bike gemacht und damit die Höhenstadtteile Triers vervollständigt. Ich sehe in dem Projekt eine Riesenpotenzial, denn die Plattform läuft stabil und die Anzahl der Contributors steigt exponentiell. Nicht nur für Kartendaten ist OpenStreetMap eine super Plattform, sondern für jede Art von Information, die an eine geografische Position geknüpft ist. Auf lange Sicht hat OpenStreetMap eine echte Chance, Dienste, die proprietäre Daten lizenzieren, zu überbieten – vor allem was Details und Aktualität angeht. Alle Daten stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, die Entwicklern keine Hindernisse in den Weg legt.

    Rund um das Projekt bilden sich außerdem Communitys von Mappern und Entwicklern. Auch in Trier bildet sich langsam eine Gruppe von Aktiven heraus.

    Wer sich noch nie mit Karten befasst hat und gerade nur Bahnhof gelesen hat: Einen guten Überblick verschaffen Wikipedia, das Wiki und die Karte selbst auf openstreetmap.org.

     
  • Googles Kapital

    Andi 20:26 on July 18, 2008 | 0 Permalink | Reply

    Weder Yahoo noch Microsoft sind besessen von dem, was Google macht: “organizing the world’s information”. Und dann wird mit Stühlen geworfen und rumgeschrien (Steve Ballmer) – kein Wunder dass Google keiner schlägt. Denn am Ende geht es immer um Schnellzugriff auf Information – eine Platt form dafür zu bauen finden fast alle Menschen im Gegensatz zu den Informationen selbst langweilend – und genau das ist Googles Kapital.

    Oder?

     
  • Damit zusammenwächst was zusammengehört?

    Andi 13:25 on June 26, 2008 | 0 Permalink | Reply

    Paul Buchheit, Programmierer und Unternehmer, führender Entwickler von Gmail und Ideengeber von Googles Motto “Don’t be evil” zitiert in seinem Blog aus dem Buch “The Culture Code”:

    That’s because the first principle of the Culture Code is that the only effective way to understand what people truly mean is to ignore what they say. This is not to suggest that people intentionally lie or misrepresent themselves. What it means is that, when asked direct questions about their interests and preferences, people tend to give answers they believe the questioner wants to hear. Again, this is not because they intend to mislead. It is because people respond to these questions with their cortexes, the parts of their brains that control intelligence rather than emotion or instinct. From “The Culture Code”

    Mehr zu diesem Thema im Blog von Paul Buchheit

     
  • Barcamp Bodensee - Review

    Andi 16:13 on June 2, 2008 | 0 Permalink | Reply

    Am Wochenende war ich mit ein paar Ulmer Kollegen (, ) beim Barcamp Bodensee an der Zeppelin-Uni in Friedrichshafen. Eine tolle Kulisse, nette Leute, gutes Wetter und interessante Denkanstöße machten das Wochenende perfekt. Auf dem luxuriösen Campus gab es einige interessante Sessions:

    • Finanzierungsoptionen für Software-Startups Am Beispiel des eigenen Software-Projekts Daisho zeigte Klaus Wiedemann, mit welchen Prinzipien man Software und Dienstleistungen an den Mann bringt. Ein paar Punkte:
      • Im Web-Startup-Sektor sind meistens das eigene Konto oder die Einlagen von Verwandten und Freunden die einzige zuverlässige Finanzspritze.
      • Probleme ergeben sich auch dadurch, dass die Konkurrenz durch große Firmen nicht zu unterschätzen ist, der Markt mittlerweile ausgereift ist und oftmals die USA in Sachen Innovation die Nase vorn haben.
      • Die Gegenstrategie von Daisho Blacksmith in den ersten beiden Jahren lag im “opportunistischen Marketing” – das Prinzip mit jeder Art von Arbeit Geld zu machen. Wenn dann genügend Geld zusammen gekommen ist und ein Marktwert aufgebaut ist, kann man sich auf das eigene Feld konzentrieren.
    • Um die Themen “kollektive Intelligenz” und “Swarms” drehte sich die interesante Diskussion mit Willi Schroll von Z-punkt. Fazit: Es dreht sich alles um die Frage “Wie wechselwirkt die individuelle mit der kollektiven Intelligenz”? Oder: “Gibt es so etwas wie kollektive Intelligenz überhaupt?” Interessante Beispiele solcher Phänomene finden sich überall: In der Natur in Form von Ameisenstaaten, im WWW in Form von Wikis und freiem Wissen.
    • BlogForge – “Das vielleicht beste Blog der Welt!” – So steht es auf der Projektseite des neuen Bloggingtools. Die beiden Entwickler stellten die umfangreichen Features des Blogging Tools vor. Die Stärken liegen vor allem im zugrunde liegendenden PHP-Framework, das es sehr flexibel ermöglicht, über das Backend Änderungen am Datenmodell vorzunehmen. Die Funktionen von BlogForge stellen sich auf einigen stark frequentierten Webseiten unter Beweis.
    • Microformats stellte Augustus Kling in einem Vortrag vor. Yahoo berücksichtigt zB bereits eingebettete Definitionen in Suchergebnissen. Mehr zu Microformats gibt es auf microformats.org.
    • Die beiden Entwickler Stéphane Becker und Yann Klis vom Barcamp Elsaß stellten vor, wie sie bei der Entwicklung eines Webprojekts vorgehen und welche Prinzipien und Techniken sie verwenden. Stichworte: Extreme Programming, Ruby on Rails, Trac, Unit Testing, Selenium

    Das Barcamp hat Spaß gemacht und die Organisatoren um Oliver Gassner haben hervorragende Arbeit geleistet – ich sage danke für das tolle Wochenende! Tag 2 folgt demnächst.

     
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